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Lichtwinter

1. März – 15. Mai

Wenn die Dunkelzeit endet und die blauen Stunden verklungen sind, beginnt auf Spitzbergen eine der schönsten und beliebtesten Jahreszeiten überhaupt: der Lichtwinter. Es ist die Zeit, in der sich die Magie zweier Welten vereint – die tiefverschneite, winterliche Landschaft der Arktis und das zurückgekehrte, strahlende Tageslicht. Für viele ist der Lichtwinter die ideale Reisezeit, denn nun zeigt sich Spitzbergen von seiner spektakulärsten und vielseitigsten Seite.

Die Rückkehr des Lichts

Nach Monaten der Dunkelheit steigt die Sonne im März endlich wieder über den Horizont. Was im Februar mit den ersten zarten blauen Stunden begann, steigert sich nun von Tag zu Tag: Die Tage werden spürbar länger, das Licht heller und kräftiger. Am 8. März erreicht die Sonne das erste Mal den Ort Longyearbyen, was bei dem alljährlichen Sonnenfest groß gefeiert wird, doch bereits vorher kann man die Sonne schon außerhalb des Ortes sehen und hell ist es allemal. Bereits Ende März herrscht annähernd Tag-und-Nacht-Gleiche, und im April und Anfang Mai erlebt man die Mitternachtssonne. In dieser Phase geht die Sonne schließlich gar nicht mehr unter und der Polartag ist angebrochen.

Winterlandschaft im besten Licht

Der Lichtwinter vereint das Beste aus beiden Welten: Die Landschaft ist noch tief verschneit, die Fjorde sind gefroren, und überall liegt eine dicke, weiße Schneedecke – doch nun erstrahlt all das im warmen, goldenen Licht der Sonne. Es ist die perfekte Zeit, um die weite, unberührte Wildnis Spitzbergens zu erleben und tief in die arktische Natur einzutauchen.

Die ideale Zeit für Touren

Kaum eine Jahreszeit eignet sich so gut für Aktivitäten wie der Lichtwinter. Die Schnee- und Eisverhältnisse sind in der Regel stabil und zuverlässig, sodass nun die ganze Bandbreite an Touren möglich ist. Mehrtägige Schneemobil- und Hundeschlittentouren führen weit hinaus in die Wildnis, zu Gletschern, in entlegene Täler und bis zu den russischen Siedlungen Barentsburg und Pyramiden. Auch Skitouren erleben in dieser Zeit ihre Hochsaison. Dank des langen Tageslichts bleibt genügend Zeit, um große Distanzen zurückzulegen und die beeindruckende Landschaft in vollen Zügen zu genießen.

Die Kälte und die Bedingungen

Auch wenn das Licht zurückkehrt, bleibt es winterlich kalt. Die Temperaturen liegen häufig zwischen -10 °C und -25 °C, insbesondere im März, und nur langsam wird es allmählich milder. Kalte Tage sorgen oft für Sonne und klare Luft mit stabilen, oft strahlenden Wetterlagen – unterbrochen von wärmerem Wetter mit meist mehr Wolken und hier und da auch einem Sturm. Insgesamt bieten der März und April ideale Bedingungen für lange Touren in der Natur. Bei allen Hundeschlitten- und Schneemobiltouren wird selbstverständlich warme Spezialkleidung gestellt (Schneemobil-Ganzkörper-Anzug, dicke Stiefel, Fäustlinge, Sturmhaube etc.), sodass ihr der Kälte gut gewappnet begegnet.

Erwachende Tierwelt

Mit dem zurückkehrenden Licht erwacht allmählich auch die Tierwelt. Rentiere und Polarfüchse sind nun wieder häufiger zu sehen, und ab März kehren die ersten Vögel zurück – meist sind es die Eissturmvögel, die als Vorboten des Frühlings gelten. Im Laufe der Saison werden es immer mehr. Wale und Walrosse befinden sich zwar noch nicht in den Fjorden, doch die Natur beginnt spürbar, sich auf den arktischen Sommer vorzubereiten. So bietet der Lichtwinter eine schöne Mischung aus winterlicher Stille und den ersten Anzeichen neuen Lebens.

Aktivitäten und Touren

Der Lichtwinter ist die Hauptsaison für winterliche Aktivitäten auf Spitzbergen. Schneemobiltouren, Hundeschlittenfahrten, Schneeschuhwanderungen und Skitouren – all das ist nun in vollem Umfang möglich. Dank des langen Tageslichts lassen sich auch ausgedehnte Mehrtagestouren in die abgelegensten Regionen der Insel unternehmen, etwa an die Ostküste, zu den Eishöhlen oder zu den verlassenen und aktiven Siedlungen. Schiffstouren sind in dieser Jahreszeit allerdings nur bedingt möglich, sobald die ersten Schiffe zurückgekehrt sind.

Der Lichtwinter ist die perfekte Wahl für alle, die das winterliche Spitzbergen in seiner ganzen Pracht erleben möchten – mit tief verschneiter Landschaft, strahlendem Sonnenlicht und der vollen Bandbreite an arktischen Abenteuern. Wer Aktivität, Weite und beeindruckende Lichtstimmungen sucht, findet in dieser Jahreszeit das wohl vielseitigste Spitzbergen-Erlebnis überhaupt.

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